Freie Trauungen sind stark im Kommen. Individuell, persönlich, emotional und schön - so sollte eine Trauung im Idealfall aussehen. In manchen Fällen ist die Feier im Standesamt doch eher sachlich. Es wird selten genau auf das Brautpaar in der Ansprache eingegangen, stattdessen sind diese eher allgemein gehalten. Eine romantische Trauung sieht für viele Paare anders aus. Sie wünschen sich ein bisschen mehr Einfühlsamkeit in das Thema rund um die Liebe.

Zwar geht es bei der kirchlichen Hochzeit, bei der sich viele Paare noch einmal ihr Jawort geben, bei der die Trauung auch feierlich zu. Aber auch hier geht es hauptsächlich um die Liebe zu Gott, die zwei Menschen aneinander bindet und so trägt die Trauung oft nur in paar wenige individuelle und persönliche Züge in sich.

Vor allem Paare, die aus der Kirche ausgetreten oder gleichgeschlechtlich sind, die unterschiedlichen Religionen angehören oder die sich schlichtweg eine ganz persönliche Trauung wünschen, sind mit einer freien Trauung am besten beraten. Die freie Hochzeit ist eine optimale Alternative zur kirchlichen Hochzeit, denn hier kann sich das Brautpaar individuell einbringen.

Alle Wünsche können erfüllt werden. Kein Ort ist zu weit, kein Wunsch zu groß und keine Ansprache zu individuell. Die Zeremonie zielt genau auf das Brautpaar ab und so kann in feierlichem Rahmen ganz ungezwungen gefeiert werden. Was ihr über die freie Trauung wissen müsst, wie sie sich von anderen Hochzeiten unterscheidet und welche Kosten auf euch zukommen, verraten wir euch heute.

Besonderheiten der freien Trauung

Was ist eine freie Trauung?

Eine freie Trauung findet ohne den Staat und ohne die Kirche statt. Dabei handelt es sich um eine Hochzeitszeremonie, die weder an Konventionen noch an Glaubenszugehörigkeiten oder amtliche Bestimmungen gebunden ist. Eine freie Hochzeit kann aber nach der standesamtlichen Hochzeit stattfinden, um ein bisschen Feierlichkeit mit ins Spiel zu bringen.

Generell ist es so, dass jedes heiratswillige Paar sich ins Standesamt begeben muss, dort vor dem Standesbeamten Ja sagen muss und damit eine rechtskräftige Eheverbindung oder Partnerschaft eingeht. Damit seid ihr offiziell verheiratet. Da die standesamtliche Hochzeit manchmal doch recht nüchtern und bürokratisch abläuft, wünschen sich viele Paare eine Feier im Anschluss, um den Tag auch genießen zu können.

Vielen Paare weichen auf die Kirche aus und feiern dort ihre Partnerschaft. Hier wird nach alter Tradition vor Gott Ja gesagt. Es gibt Blumenschmuck, Brautkleid, Kerzen, Ansprachen, Einmarsch Musik, christliche Rituale, Ringwechsel und einen Kuss - das volle Programm eben, wenn ihr es denn möchtet.

Doch wenn einer der Partner oder beide aus der Kirche ausgetreten sind, gleichgeschlechtlich sind, einer von beiden einer anderen Religion angehört oder sie schlichtweg nichts von der kirchlichen Hochzeit halten, lassen sie die kirchliche Feier außen vor. Hier tritt die freie Trauung in den Vordergrund, die so gestaltet werden kann, wie ihr es wollt.

So ist die Freie Hochzeit viel mehr als nur ein Ja-Sagen. Sie ist frei von Zwang, Konvention und Glauben und somit für jeden machbar. Alle dürfen sie vollziehen, können sich persönlich im Vorfeld beraten lassen, sodass der Tag etwas ganz Besonderes wird. Dabei wird alles so auf das Paar abgestimmt, wie sie es haben wollen.

Muss ich aus der Kirche ausgetreten sein, um eine freie Trauung zu bekommen?

Nein, absolut nicht. Die freie Trauung steht allen offen, die Interesse an ihr haben. Auch Menschen, die in der Kirche sind, einer anderen Religion angehören oder sich gleichgeschlechtlich lieben, dürfen eine freie Hochzeit feiern. Unabhängig von Weltanschauung oder Religion darf sie abgehalten werden. Inwiefern eine Religion oder Weltanschauung eine Rolle spielt, bestimmt ihr selbst, denn ihr könnt selbst entscheiden, um was es in der Ansprache geht, welche Reden gehalten werden sollen und wie der ganze Ablauf festgelegt wird. Ihr müsst euch keinen Vorschriften beugen und so eben weder aus der Kirche ausgetreten noch in der Kirche Mitglied sein, um frei getraut werden zu können.

Warum sollte man sich für eine freie Hochzeit entscheiden?

Der Grund ist ganz einfach: Ihr selbst könnt bestimmen, wie die ganze Feier abläuft. Vor allem Paare, bei denen einer von beiden oder beide schon einmal verheiratet waren, entscheiden sich für die freie Hochzeit. Genauso auch Paare, bei denen nur einer oder keiner von beiden gläubig ist. Es gibt auch Paare, die zwar einer religiösen Gemeinde angehören, aber nur zu Weihnachten und Ostern in die Kirche gehen und mit ihr nicht viel am Hut haben. Wer sich in der Kirche fehl am Platz fühlt, ungern dorthin geht oder schlichtweg nicht darf - Genau an diese Menschen richtet sich die freie Trauung.

Besonders gleichgeschlechtliche Paare nehmen freie Trauungen wahr, denn sie können in der katholischen Kirche nicht vor den Traualtar treten. Wer kirchlich heiraten möchte und evangelisch ist, könnte mehr Glück haben, aber auch das ist nur sehr selten der Fall.

Viele Paare scheuen auch die Aufmerksamkeit. Sie wollen deswegen nicht "öffentlich" in der Kirche heiraten und daher eher in einem kleinen Rahmen mit den Liebsten in einer persönlichen, individuellen, freien Hochzeit feiern.

Wenn ihr also aus einem dieser Gründe nicht in der Kirche heiraten wollt, könnt ihr euch für die freie Trauung entscheiden. Genauso auch wenn ihr euch eine Feier nach dem Standesamt wünscht oder eure Liebe einfach zusammen feiern wollt.

Ein Vorteil der freien Trauung: Sie kann überall stattfinden

Wo findet eine freie Trauung statt?

Oft entscheiden sich Paare dafür, die freie Hochzeit dort durchzuführen, wo auch die spätere Hochzeitsfeier stattfindet. So muss der Ort nicht gewechselt werden und ist schon ansprechend geschmückt.

Im Endeffekt könnt ihr aber jeden Platz auf der Welt aussuchen, um eine freie Trauung zu vollziehen. Sie ist weder an eine Zeit, noch an einen Ort, noch an einen Ablauf gebunden und kann stattdessen komplett individuell gestaltet werden.

Wenn ihr euch also bei sonnigem Wetter in der Karibik frei trauen lassen wollt, könnt ihr das genauso tun wie eine Trauung bei Mondschein auf einem Berg, in einem romantischen Rosenhain oder an einem Seeufer.

Damit es keine Enttäuschungen gibt, solltet ihr aber auf öffentlichen Platzen wie etwa im Stadtpark oder bei Denkmälern oder ähnlichem die Erlaubnis von der Stadt einholen. So seid ihr auf der sicheren Seite.

Würdet ihr am liebsten nur zu zweit oder mit den engsten Vertrauten an einem außergewöhnlichen Ort heiraten? Dann lest hier alles rund um das Thema Elopement - Hochzeit im kleinen Kreis.

Wie ist der Ablauf einer freien Hochzeit?

Die freie Trauung gestaltet sich komplett nach euren Wünschen. Es gibt keinen festen Ablauf und ihr könnt alles selbst bestimmen. Durchgeführt wird sie mit dem Hochzeitsredner oder einem freien Theologen, der zuvor alles mit euch individuell abgesprochen hat.

Ihr müsst euch nicht an die Regeln vom Standesamt oder an die Regeln in der Kirche halten. Viele Paare finden es aber schön, wenn die freie Trauung trotzdem nach ein paar Regeln abläuft, denn auch sie wollen sich dabei offiziell das Jawort geben, sich ihre Liebe gestehen und sich die Trauringe anstecken. In welchem Rahmen das gemacht wird, bleibt aber euch überlassen. Genauso auch die Reihenfolge oder wie das Ganze abläuft.

Damit die Trauung auch wirklich dem Wunsch des Paares entspricht, solltet ihr euch vorher mit dem freien Theologen oder dem Hochzeitsredner zusammensetzen. Dabei sprecht ihr über individuelle Wünsche, wie die Hochzeit auszusehen hat und auch darüber, was ihr auf keinen Fall haben wollt. Freie Theologen haben sich oft auf diese Art von Trauung spezialisiert, also seid ihr bei ihnen in guten Händen. Sie werden auf eure Wünsche eingehen und euch den ein oder anderen Tipp geben können.

Der Ablauf einer freien Trauung kann frei gestaltet werden

Wie könnte eine freie Hochzeit beispielsweise aussehen?

Nach einem Sektempfang, werden alle Gäste zu ihren Stühlen begleitet. Der baldige Ehemann wartet mit seinem Trauzeugen am Ort der Zeremonie. Die Braut wird von ihrem Vater nach vorn begleitet. Er verabschiedet sich mit einem Kuss. Die Braut setzt sich neben ihren Zukünftigen.

Es gibt Begleitmusik auf der Gitarre, jemand singt Lieder vor der Begrüßung. Anschließend kommt die Begrüßung durch den freien Redner, der die Familie und Freunde des Brautpaars anspricht. Anschließend folgt das Lieblingslied des Paares.

Nun kommt das abgesprochene Ritual der Eheschließung mit dem Tausch der Ringe. Zuvor wird das Kennenlernen des Paars angesprochen, wie es zur Liebe kam und wie die Liebe sich im Alltag zeigt.

Nach der Trauung gibt es noch ein Lied. Es werden von Freunden kleine Geschichten und Anekdoten zum Brautpaar erzählt und die Lesung einer passenden Textpassage aus dem Lieblingsbuch des Brautpaares wird vorgetragen.

Anschließend folgt die Verabschiedung. Ein Lied geleitet das Brautpaar aus dem Ort der Trauung. Sie bleiben vor der Tür stehen und lassen sich dort von den Gästen beglückwünschen. Wer will, kann nun noch woanders eine Feier ausrichten.

Ist eine freie Trauung rechtlich bindend?

Nein, eine freie Trauung ist nicht rechtlich bindend. Bei der freien Hochzeit handelt es sich lediglich um eine Zeremonie, um die Liebe zu beweisen.

Offiziell verheiratet seid ihr erst nach der standesamtlichen Trauung. Für die freie Trauung braucht ihr im Umkehrschluss also keine Dokumente wie Geburtsurkunden, um eure Liebe und Verbindung geltend zu machen.

Wer sich nicht förmlich binden möchte, für den ist eine freie Trauung genau das richtige. Sie hat einen symbolischen Wert, aber keinen rechtlichen Hintergrund, sodass rein die Liebe aus ihr spricht.

Freie Trauung: Auf den richtigen Redner kommt es an

Wie finde ich einen freien Redner?

Freie Hochzeitsredner und Theologen gibt es viele. Den Richtigen zu finden, ist gar nicht so einfach. Ihr erkennt ihn daran, dass ein Erstgespräch nichts kostet und er auf eure Wünsche eingeht - und das von Anfang an. Achtet auf euer Bauchgefühl und findet heraus, ob sie oder er auf eure Wünsche eingeht. Um Vorstellungen Anderer geht es bei einer freien Trauung nämlich nicht.

Schwarze Schafe gibt es aber überall, so auch unter den freien Rednern und Theologen. Den Richtigen habt ihr für euch gefunden, wenn ihr euch wohlfühlt. Jeder Redner hat dabei ein eigenes Konzept. Sie alle geben Tipps und Anmerkungen zur Feier, helfen euch bei den formalen und inhaltlichen Gestaltungen und halten ihre Rede so, wie ihr es wollt.

Eine freie Trauung lebt vor allem durch die Ansprache des freien Redners. Er muss nicht nur eine ansprechende Atmosphäre erschaffen und die richtigen Worte finden, sondern auch die richtige Musik bereitstellen und ein angenehmes Ritual aus der Trauung machen. Gerne werden auch Trauzeugen eingebunden, sodass aus der freien Trauung ein unvergessliches Erlebnis wird.

Vorab sollten zwei Gespräche stattfinden. Im ersten Gespräch lernt ihr den Redner kennen, merkt ob die Chemie stimmt oder nicht. Im zweiten Gespräch geht es um die Planung. Wie soll der Ablauf sein, was soll im Vordergrund stehen, wie ist die Geschichte des Brautpaares, welche Musik soll gespielt werden? Hier solltet ihr auch ganz klar aussprechen, was ihr auf keinen Fall in der Trauung haben wollt, denn nur so kann auf eure Wünsche eingegangen werden.

Was spricht für eine freie Hochzeit?

Die Gründe für eine freie Trauung können so vielfältig sein wie die Menschen selbst. Manche heiraten standesamtlich, wollen oder können aber nicht kirchlich heiraten. Sie wollen trotzdem eine schöne Zeremonie haben, um mit allen Verwandten, Freunden und Bekannten zu feiern und den Tag genießen zu können - mit allem Drum und Dran.

Generell sind freie Hochzeiten sehr persönlich gehalten. Sie wecken Emotionen und sind sehr kreativ, wenn es um das Jawort geht. Auch sind sie "mehr" als nur die standesamtliche Hochzeit, bei der es eher um die Unterschrift als um die Liebe geht. Zudem bieten sie euch eine tolle Alternative zur kirchlichen Hochzeit, die trotzdem mit Ritualen und Bräuchen von sich überzeugen kann, wenn ihr das wollt.

Euch und euren Gästen wird der Tag der Trauung im Gedächtnis bleiben, weil die freie Hochzeit authentisch und individuell auf das Brautpaar abgestimmt werden kann. Die freie Trauung bietet euch außerdem auf Wunsch eine zweisprachige Ausführung, was in den meisten Kirchen nicht gegeben ist.

Wie hoch sind die Kosten für eine freie Trauung?

Viele freien Redner und freien Theologen sind selbstständig. Sie sind Dienstleister und verlangen für ihre Arbeit ein Honorar. Wie hoch die Kosten bei einer freien Trauung sind, richtet sich nach den unterschiedlichen Angeboten.

Gut aufgehoben seid ihr bei einem freien Redner, der nicht gleich für das erste Gespräch Geld verlangt, sondern sich erst einmal auf das Brautpaar einlässt. Die Geldfrage solltet ihr gleich zu Beginn des Gesprächs stellen, nicht dass es euch später zu teuer wird.

Ein durchschnittlicher Preis liegt bei 500 Euro für eine Rede. Es kann aber auch schnell mehr werden, wenn der freie Theologe oder Redner eine Musikbegleitung oder Band anbietet oder sich auch noch beim Catering beteiligt. All dies sollte vor der Buchung angesprochen werden.

Eure Buchung ist übrigens erst rechtlich binden, wenn ihr offiziell zugestimmt habt. Falls ihr ein komisches Gefühl habt, könnt ihr also jederzeit den freien Redner wechseln und seid zu nichts verpflichtet.

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